Eugen von Mazenod und das Herz Jesu
Vorschau Herz-Jesu-Mosaik über dem Südportal der Pfarrkirche in Bad Kreuzen (Oberösterreich)

Eugen von Mazenod und das Herz Jesu

Neben dem Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu kennen wir den Herz-Jesu-Freitag, der an jedem ersten Freitag eines Monats begangen wird. 

Schon die ersten Christen sahen das durch die Lanze bloßgelegte Herz Jesu als Hort der Liebe und Barmherzigkeit, aus dem die Sakramente hervorgehen. 

Mit der Weihe der ganzen Welt an das Herz Jesu durch Papst Leo XIII., am 11. Juni 1899, fand die Herz-Jesu-Verehrung ihren festen Platz in der Weltkirche. 

Der hl. Papst Johannes Paul II. betonte die Bedeutung des Freitags für den regelmäßigen Sakramentenempfang. Verbunden ist damit das Versprechen, dass Gläubige, die neun Monate lang an diesem Tag die Kommunion empfangen, besondere Gnaden und Beistand im Tod erhalten.

 

1791 wurde der achtjährige Eugen infolge der Ereignisse der Französischen Revolution mit seiner Familie nach Italien verbannt. In Venedig entwickelte er als Jugendlicher unter der geistlichen Führung des jungen Priesters Don Bartolo Zinelli eine tiefe Verbundenheit mit Jesus Christus. Er begann, über eine Berufung zum Priestertum nachzudenken.

Don Bartolo legte für den jungen Eugen eine klare Regel fest. Nach dem Aufstehen und dem Morgengebet: „Ich werde meine bescheidenen Gebete mit den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens vereinen… Ich werde Gott meine Frömmigkeitsübungen, mein Studium, meine Arbeit, meine unbedeutendsten Taten darbringen… in Vereinigung mit seinem anbetungswürdigen Herzen… Du, o Maria… sei meine Fürsprecherin vor Gott und dem Herzen Jesu“. 

An einem Karfreitag offenbarte sich das Herz Jesu für Eugen auf besondere Weise. Der junge Mann erkannte, dass er sich von Gott abgewandt hatte, ja in Todsünde verstrickt war. Der Anblick des Kreuzes öffnete ihm die Augen; er weinte bitterlich und verspürte eine tiefe Sehnsucht nach Gott, dem Vater der Barmherzigkeit. Durch das Blut Jesu, das aus seinem Herzen floss, wurde er rein gewaschen. Diese Gnade sollte sein ganzes Leben prägen. 

P. Athanasius Wedon OMI