Wer oder was uns hält
Vorschau Ostereier

Wer oder was uns hält

„Trump hat Ostern ruiniert!“ – hören wir von jenseits des großen Teichs. Aber nicht, weil Amerika sich im Krieg mit dem Iran befindet, sondern, weil die USA einen Handelskrieg mit Europa angezettelt haben. Und dann noch die Vogelgrippe. Jetzt fehlen in den Staaten die Ostereier. Lücken in den Regalen amerikanischer Supermärkte! 

Nun hat Donald Trump Dänemark und Deutschland um Eier gebeten. Trump als Bittsteller in Europa? Auch hierzulande sprechen diejenigen, die uns regieren, von einer angespannten Situation. Wut in Deutschland, auch wegen der Preise an den Tankstellen!

Während wir in den Konsumstaaten herumeiern, mahnen uns diejenigen, die ein feines Gespür für die dramatische Weltlage besitzen, wach zu bleiben: Das eigentlich Entsetzliche kommt immer näher. 

Ja, es kommt auch zu uns, die wir weit entfernt wohnen von den Schauplätzen blutiger Konflikte. Es sollte uns eigentlich den Mittagsschlaf rauben, worin wir nur ungern gestört werden. Auf Daunenkissen lässt sich der Ärger der Welt leichter vergessen. Und Osterlämmer, Frühlingsgefühle und die baldige Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft genügen, das Gehirn aktiv zu halten.

Und kommt es heute nicht, dann morgen, aber seid gewiss, es kommt!  

In Abwandlung eines Gedichts von Günter Eich und angesichts der Tatsache, dass die „Angst vor dem Entsetzlichen“ umhergeht, fragen viele Menschen, woran wir uns festmachen sollen? Wer oder was gibt uns Halt?

Keine tiefschürfende theologische Reflexion als Antwort, eher ein simples Bild: Ostereier symbolisieren im Christentum die Auferstehung Jesu Christi, wobei die harte Schale das verschlossene Grab darstellt, aus dem sich neues Leben Bahn bricht. Die Tradition, Ostereier rot zu färben, deutet auf das Blut Christi hin und bezeugt die Überwindung des Todes und die Freude über das Leben und die Auferstehung. Das Osterei in der Hand mag uns daran erinnern, woran wir unser Leben festmachen.

P. Athanasius Wedon OMI