Ukraine: Oblaten im Kriegsgebiet

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Rund 30 Mitbrüder gehören zur Delegatur der Oblaten in der Ukraine. Sie leben dort in neun Niederlassungen. Einer der vom Krieg sehr stark betroffenen Orte ist die Stadt Tschernihiw, wo es ein Kloster der Oblaten gibt. Die an der Grenze zu Russland und Weißrussland gelegene Stadt Tschernihiw wurde seit Beginn der Invasion durch die Russische Föderation von feindlichen Truppen überrannt. Am 1. März begann der Beschuss mit "Grad"-Raketen, und es scheint, dass die russischen Truppen von weißrussischen Truppen unterstützt wurden. Wie ein Augenzeuge berichtet, endete der erste Beschuss gegen Mittag: „Bis jetzt geht es uns noch recht gut. Wir haben sogar Internet und Kaffee. Die Nacht war ruhig, alle haben gut geschlafen. Wir hoffen, dass auch der Tag ruhig sein wird", schrieb der Missionar am Morgen des Aschermittwochs.

In den Kellern des Hauses geht das tägliche Leben weiter, trotz der Gefahr, die von oben zu hören ist. Seit Beginn der Invasion dient die Krypta der Kirche als Luftschutzkeller, in dem etwa 40 Personen, manchmal auch mehr, übernachten. Weitere 20-30 Personen leben ständig im Keller des Klosters, um sich vor Beschuss zu schützen. Es handelt sich meist um junge Mütter mit Kindern, die einen sicheren Ort für ihre Kinder suchen und sich gegenseitig helfen wollen.

Der Obere des Klosters berichtet: „Wir sind im Keller des Hauses. Hier wohnen wir, hier essen wir, hier kochen wir, hier beten wir. Wir grüßen alle herzlich, wir versprechen unsere Gebete, und wir bitten auch Sie, für uns zu beten. Wie Sie sehen, halten wir uns ganz gut. Wir beten viel und grüßen Sie nochmals und bitten Sie um Ihr Gebet."

Auch andere Oblatenkommunitäten in der Ukraine nehmen Flüchtlinge auf, die ihre Häuser verloren haben oder auf dem Weg zur Grenze sind. Ebenso werden in Polen Flüchtlinge in Niederlassungen der Oblaten untergebracht.

Einer der Mitbrüder, Frater Norbert, Oblatenstudent in Polen, befindet sich derzeit im Pastoralpraktikum in der Ukraine. Er hatte die Gelegenheit, nach Polen zurückzukehren, entschied sich aber zu bleiben. Gefragt, warum der das getan hat, lautet seine Antwort klar und deutlich: „Ich will nicht zu pathetisch klingen, aber ich bin bei den Menschen geblieben. Ich weiß, dass ich keine Sakramente spenden kann, aber ich kann wenigstens anwesend sein. Oblaten laufen nicht weg! "