Gestorben für den Glauben

Sechs Oblatenmissionare werden seliggesprochen.

Nach Schätzung der christlichen Hilfsorganisation „Open Doors“ werden momentan über 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt bzw. diskriminiert. Damit sind die Christen die weltweit am stärksten unterdrückte Glaubensgemeinschaft. Diese Entwicklung ist nicht neu; auch im vorherigen Jahrhundert gab es vielfach Verfolgung und Unterdrückung von Christen. Im Jahr 2000 rief Papst Johannes Paul II. die Christenheit dazu auf, die Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts zu verehren. Viele Frauen und Männer, die für den Glauben ihr Leben lassen mussten, rückten so in das Bewusstsein der Weltkirche.

In diesem Monat richtet sich der Blick der Gläubigen besonders auf Laos und seine „Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts“. Unter ihnen sind sechs Oblatenmissionare, die gemeinsam mit elf anderen Männern am 11. Dezember 2016 seliggesprochen werden. Zu den sechs Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria (OMI) gehören neben dem italienischen Pater Mario Borzaga (1932-1960) die Franzosen Louis Leroy (1923-1961), Michel Coquelet (1931-1961), Vincent L’Hénoret (1921-1961), Jean Wauthier (1926-1967) und Joseph Boissel (1909-1969).

Bereits seit dem Jahr 1630 sind immer wieder katholische Missionare ins mehrheitlich buddhistische Laos gekommen. Der Heilige Stuhl errichtete aber erst 1899 das Apostolische Vikariat von Laos. Die Missionskirche wuchs also nur sehr langsam.

1935 wurden die Oblatenmissionare nach Laos gerufen. Ihre Arbeit konzentrierte sich auf die Bevölkerung in den Urwalddörfern der Berge. Dort waren vor allem Ahnenkult und Naturreligionen verbreitet. Christen gab es anfangs kaum. Die Anforderungen an die Missionare waren enorm. Die Kriege und die ideologischen Umwälzungen in Laos brachten den Bergvölkern Flucht, Hunger und Not. Die Kommunisten gingen zudem massiv gegen die katholische Kirche vor. In diesem Kontext der Christenverfolgung ereigneten sich die Martyrien der sechs Oblatenpatres und der weiteren elf Blutzeugen.

Im Jahr 1994 wurde der Prozess der Seligsprechung dieser siebzehn Männer eröffnet. Die Zeugenbefragungen in Laos kamen 2010 zum Abschluss. Mitte 2015 hat Papst Franziskus die Dekrete zur Seligsprechung der siebzehn Märtyrer von Laos ausstellen lassen. Diese findet am 11. Dezember 2016 in Vientiane, der Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublik Laos statt.

Die Oblaten, die Märtyrer wurden

P. Mario Borzaga OMI

P. Mario Borzaga machte sich 1960 zu einer Missionsreise zu einigen Dörfern auf, kehrte aber nie zurück.

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Die Patres Louis Leroy, Michel Coquelet und Vincent L’Hénoret wurden im April und Mai 1961 aus ihren Missionen in der Provinz Xieng Khouang verschleppt und grausam umgebracht.

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P. Jean Wauthier war ein unermüdlicher Apostel der Flüchtlinge und setzte sich für Gerechtigkeit ein. 1967 geriet er in den Hinterhalt einer anderen Partei in Laos und wurde umgebracht. 

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Der 60-jährige P. Joseph Boissel, einer der Veteranen der Laosmission, war 1969 unterwegs zu einer abgelegenen Christengemeinde, geriet in einen Hinterhalt und wurde umgebracht. 

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